Direkt zum Inhalt springen

Papstradierungen

In den Papstradierungen begegnet dem Betrachter eine düster-skurrile Welt von Machtarroganz und Gewalt. weiterlesen

Der Papst mit der überdimensionalen Tiara bildet in diesem Zusammenhang eher eine Metapher für die vielfältigen Varianten staatlicher wie individueller Repressalien und Kälte. Spiegelschriftliche Nietzschezitate korrespondieren mit den assoziativen Darstellungen.

Die Figurentypen entbehren bewusst einer genauen individuellen Subjektivität. Päpste und Ketzer, Unterdrücker und Unterdrückte sind auf abstrakte Typen reduziert und prägen den konstanten Dualismus der Personage. Als Hintergrund und alptraumhafte Kulisse erscheint ödes, zerstörtes, geschundenes Land.

Mittels mehrerer Konstellationsvarianten entwickelt der Künstler ein Leitmotiv der Moderne mit endzeitlicher Stimmung: Der Mensch hat seine natürliche Sozialität vergewaltigt und fungiert als absurder Akteur seines eigenen Untergangs. Er ist Ignorant, Eroberer, Folterknecht, intoleranter Großinquisitor, Machtanbeter und Scharfrichter. Der endgültige Sieg der nackten Macht wird so gleichzeitig zum Endpunkt menschlicher Geschichte und führt zum tragischen Verlust der Zivilisation.